Ein Heimenergiemanagementsystem braucht kein Abo und kein Herstellerkonto. Hier steht, worauf es bei der Auswahl ankommt – und wann eine kommerzielle Lösung besser passt.
HEMS steht für Home Energy Management System, auf Deutsch Heimenergiemanagementsystem. Es erfasst laufend, wie viel Strom die Photovoltaik-Anlage erzeugt und wie viel das Haus verbraucht. Den Überschuss verteilt es auf die flexiblen Verbraucher.
Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Bezugspreis. Eingespeist bringt sie nur einen Bruchteil. Ein HEMS erhöht den Eigenverbrauchsanteil.
Die Leistungsdaten ähneln sich. Die Unterschiede, die im Alltag zählen, stehen selten im Datenblatt.
Überschussregelung ist ein Regelkreis im Sekundenbereich. Wenn jeder Messwert über einen fremden Server läuft, kostet das Reaktionszeit – und bei Störung oder Internetausfall steht die Steuerung. Prüfe, ob das System ohne Internet weiterregelt. Mehr dazu.
Manche Systeme regeln nur Geräte des eigenen Hauses. Offene Standards wie Modbus TCP, OCPP 1.6 und SunSpec halten dir die Wahl offen – auch dann noch, wenn du in fünf Jahren die Wallbox tauschst.
Neben dem Kaufpreis zählt die laufende Gebühr. Prüfen, welche Funktionen erst mit einem Abo freigeschaltet werden.
Ein Lastgang im Minutentakt verrät, wann jemand zu Hause ist, wann geschlafen wird und wann Urlaub war. Kläre, wo diese Daten liegen und wie lange.
Bei cloudgebundenen Produkten endet die Funktion mit dem Dienst — auch die Hardware im Keller wird dann wertlos. Eine Installation, die ohne fremden Server auskommt, regelt dagegen weiter, selbst wenn niemand mehr etwas daran entwickelt.
Praktisch alle. Entscheidend ist, woher der Wert kommt und wie alt er ist. Es gibt drei Bauarten:
Der verbreitetste Fall, etwa bei den Apps der Wechselrichter-Hersteller. Der Wert läuft vom Gerät in die Cloud und von dort ins Handy. Je nach Anbieter aktualisiert sich die Anzeige im Takt von einigen Sekunden bis mehreren Minuten. Zum Nachschauen reicht das; zum Beobachten einer Regelung nicht.
Manche Apps schalten zu Hause auf eine lokale Verbindung um und zeigen dann deutlich flüssigere Werte – unterwegs fallen sie auf den Cloud-Weg zurück.
Der Weg des Solarmanagers: keine App aus dem Store, sondern eine Oberfläche im Browser, die von einem Gerät im Hausnetz ausgeliefert wird. Die Messwerte werden sekündlich direkt am Wechselrichter oder Smart Meter abgefragt, ohne Umweg über einen Server. Auf dem Handy zum Startbildschirm hinzugefügt, verhält sie sich wie eine App.
Worauf beim Vergleich achten: in welchem Takt die Anzeige aktualisiert wird, ob es einen echten Hausverbrauch gibt oder nur eine Differenz aus anderen Werten, ob die Leistung je Gerät sichtbar ist – und ob die Anzeige bei Internetausfall noch funktioniert. Welche Werte ein Dashboard mitbringen sollte, steht ausführlich unter Solar-Dashboard.
Software kostenlos, kein Abo, kein Cloud-Konto, kein Steuergerät. Es bleibt die Hardware, z. B. ein Raspberry Pi mit wenigen Watt. Vollständige Aufstellung: Kosten.
Diese Punkte sprechen für ein gekauftes Produkt:
Du willst jemanden, der bei Problemen zuständig ist, mit Gewährleistung und Hotline. Bei einem Projekt gibt es Community-Hilfe, aber keinen Anspruch darauf.
Der Installateur soll das Gerät mitbringen, anschließen und verantworten – ohne dass du dich mit IP-Adressen und Modbus-Einstellungen befasst.
Ein Linux-Gerät im Dauerbetrieb, gelegentliche Updates, ein Blick ins Log bei Störungen: Das ist überschaubar, aber es bleibt deine Aufgabe.
Für beide Wege gilt: Arbeiten an der Elektroinstallation gehören in Fachhände.
HEMS steht für Home Energy Management System, auf Deutsch Heimenergiemanagementsystem. Es misst laufend, wie viel Strom die PV-Anlage erzeugt und wie viel das Haus verbraucht, und verteilt den Überschuss auf die flexiblen Verbraucher – Batteriespeicher, Wallbox, Heizstab oder schaltbare Geräte. Ziel ist ein höherer Eigenverbrauch: Solarstrom selbst nutzen, statt ihn für die geringe Einspeisevergütung abzugeben.
Kommerzielle Systeme kosten je nach Anbieter eine einmalige Gerätegebühr und häufig zusätzlich eine laufende Abo- oder Cloud-Gebühr. Beim Solarmanager fallen keine Lizenz- oder Abogebühren an – die Software ist frei auf GitHub verfügbar. Es bleiben die Hardwarekosten, also etwa ein Raspberry Pi, plus dessen Stromverbrauch von wenigen Watt im Dauerbetrieb.
Ja. Der Solarmanager liest die Messwerte sekündlich direkt am Wechselrichter oder Smart Meter aus und stellt Erzeugung, Hausverbrauch, Speicherstand und Ladeleistung im Dashboard dar – im Browser auf dem Handy, Tablet oder Rechner, ohne eigene App-Installation. Weil die Daten im lokalen Netz bleiben, entsteht dabei keine Verzögerung durch einen Cloud-Umweg.
Praktisch alle. Meist kommt der Wert über die Hersteller-Cloud, mit einigen Sekunden bis Minuten Verzug. Manche Apps verbinden sich im WLAN direkt mit dem Gerät. Der Solarmanager fragt die Werte sekündlich im eigenen Netz ab und zeigt sie im Browser.
Für die Software nicht – die richtest du selbst ein. Arbeiten an der Elektroinstallation gehören dagegen in jedem Fall in Fachhände: der Anschluss einer Wallbox, das Setzen eines Smart Meters oder die Installation eines Heizstabs. Das gilt für kommerzielle Systeme genauso.
Wenn du eine Ansprechstelle mit Gewährleistung willst, die Einrichtung komplett abgeben möchtest oder ein Gerät brauchst, das ein Installateur mitliefert und verantwortet. Ein selbst betriebenes System setzt Bereitschaft voraus, sich mit IP-Adressen, Modbus-Einstellungen und einem Linux-Gerät zu befassen. Dafür bekommst du Datenhoheit, keine laufenden Kosten und Unabhängigkeit davon, dass ein Anbieter seinen Dienst weiterbetreibt.
Kostenlos und ohne Konto – in wenigen Minuten auf einem Raspberry Pi oder in Docker eingerichtet.