Energiemanagement ohne Cloud – lokal auf Raspberry Pi, Linux und Docker

Eine PV-Steuerung, die Internet braucht, fällt mit dem Internet aus. Der Solarmanager regelt deshalb im eigenen Netzwerk – auf einem Raspberry Pi, einem Linux-Server oder in einem Docker-Container.

Drei Gründe für lokale Steuerung

1. Reaktionszeit

Schaltet ein großer Verbraucher zu, muss die Ladeleistung binnen Sekunden folgen, sonst wird Netzstrom bezogen. Über Modbus TCP im lokalen Netz kommen die Messwerte sekündlich; der Umweg über einen Server ist dafür zu träge.

2. Verfügbarkeit

Bei Router-Neustart, Provider-Störung oder abgeschaltetem Hersteller-Dienst steht eine Cloud-Regelung still. Eine lokale Installation regelt weiter.

3. Datenschutz

Ein Lastgang im Minutentakt verrät, wann jemand zu Hause ist, schläft oder im Urlaub ist. Der Solarmanager sendet diese Daten nicht in eine Cloud; sie bleiben auf deinem Gerät.

Welche Hardware genügt?

Entscheidend ist Betriebssicherheit, nicht Rechenleistung. Das Gerät läuft dauerhaft und ist im selben Netz erreichbar wie Wechselrichter und Wallbox.

Plattform Hinweis
Raspberry Pi Raspberry Pi 4 oder neuer mit Raspberry Pi OS. Lautlos, wenige Watt, günstig. SSD empfohlen, SD-Karte möglich.
Linux-Server Jede gängige Distribution, etwa Debian oder Ubuntu. Läuft auf einem vorhandenen Heimserver mit.
Docker Der empfohlene Weg. Ein Setup-Skript erledigt Installation und Updates – auf Pi, Mini-PC oder NAS mit Docker.
Terminal
wget https://raw.githubusercontent.com/BBessler/Solarmanager/main/install/setup_docker.sh
chmod +x setup_docker.sh
./setup_docker.sh

Details zur Installation (Docker und nativ), Zertifikatswarnung und Hardware stehen unter Installation.

Was läuft offline, was braucht Internet?

Der Solarmanager sendet keine Daten in eine Cloud. Über das Internet ruft er nur Daten ab: von Geräten ohne lokale Schnittstelle und von optionalen Diensten. Fällt das Internet aus, regelt die Anlage weiter. Einzige Ausnahme ist die optionale Online-Abrechnung des Ladestroms: Sie überträgt Ladevorgänge, und zwar nur bei aktivem Haken.

Läuft ohne Internet

  • ✓ Wechselrichter per Modbus TCP (Huawei, SMA, SunSpec)
  • ✓ Wallbox per lokaler HTTP-API, OCPP 1.6, Modbus oder UDP
  • ✓ Batteriespeicher und Heizstab
  • ✓ Smart Home lokal: Shelly, Home Assistant, FHEM, KNX, Philips Hue, MQTT
  • ✓ Überschussberechnung und Prioritätensteuerung
  • ✓ Interne PV-Prognose und Ladesimulation
  • ✓ Dashboard und Auswertungen im Browser

Ruft Daten aus dem Internet ab (optional)

  • • Fahrzeug-APIs wie Tesla, BMW, Hyundai, Kia
  • • Wetterdaten und Solcast als externe PV-Prognose
  • • Dynamische Stromtarife: Tibber, aWATTar
  • • Cloud-Geräte: Easee-Wallbox, EcoFlow-Speicher, Tuya, Cloud-Wärmepumpen
  • • Saugroboter: Dreame, Roborock, Ecovacs
  • • Huawei FusionSolar als Cloud-Alternative zu Modbus
  • • Updates der Software

Fällt die Internetverbindung aus, entfallen nur diese Abrufe. Der Solarmanager rechnet mit der internen Prognose, nutzt geschätzte Fahrzeug-Ladestände und regelt den PV-Überschuss weiter.

Datensicherung: eingebaut, automatisch, extern

Ohne Cloud liegen die Daten nur auf dem eigenen Gerät. Deshalb hat der Solarmanager eine eigene Datensicherung. Sie steht unter Einstellungen → Datensicherung.

Sichern

  • ✓ Automatisch zur eingestellten Uhrzeit, täglich oder an gewählten Wochentagen
  • ✓ Verpasste Sicherung wird am selben Tag nachgeholt
  • ✓ Auf dem Gerät bleiben die letzten Sicherungen, standardmäßig 7
  • ✓ Zusätzlich auf externe Ziele: USB-Datenträger, SFTP, FTP oder FTPS – je Ziel mit eigener Aufbewahrung
  • ✓ Jederzeit auch von Hand, zum Herunterladen

Wiederherstellen

  • ✓ Direkt aus der Oberfläche, nativ wie mit Docker
  • ✓ Vor jeder Wiederherstellung sichert das System den aktuellen Stand
  • ✓ Sicherungen von USB, Server oder als hochgeladene Datei (geprüft am Inhalt)
  • ✓ Beschädigte Datenbankseiten, etwa durch eine alternde SD-Karte, werden einmal neu geschrieben und die Sicherung wiederholt

Die Einstellungen der Sicherung und die Server-Passwörter liegen außerhalb der Datenbank. Sie landen damit nicht in den Sicherungen. Die eigene Boot-SSD bietet die Auswahl nie als USB-Ziel an.

Häufige Fragen zum lokalen Betrieb

Wie sichere ich meine Daten?

Mit der eingebauten Datensicherung unter Einstellungen → Datensicherung. Sie sichert automatisch zur eingestellten Uhrzeit, behält die letzten Stände auf dem Gerät und überträgt sie auf Wunsch auf einen USB-Datenträger oder per SFTP, FTP oder FTPS auf einen Server. Wiederhergestellt wird direkt aus der Oberfläche, vorher sichert das System den aktuellen Stand.

Welche Hardware brauche ich mindestens?

Ein Raspberry Pi 4 oder neuer mit Raspberry Pi OS genügt; alternativ ein Linux-Server wie Debian oder Ubuntu, ein NAS oder ein Mini-PC mit Docker. Wichtig ist, dass das Gerät dauerhaft läuft und im selben Netzwerk wie Wechselrichter und Wallbox erreichbar ist.

Was funktioniert ohne Internetverbindung?

Die komplette Regelung: Wechselrichter per Modbus TCP, Wallbox, Batteriespeicher, Heizstab, lokale Smart-Home-Anbindungen wie Shelly, Home Assistant oder MQTT, das Dashboard und die interne PV-Prognose. Internet braucht es nur zum Abruf von Daten optionaler Dienste wie Solcast, Tibber oder Fahrzeug-APIs und von Geräten ohne lokale Schnittstelle, etwa Easee oder Tuya.

Warum ist lokale Steuerung besser als eine Cloud-Lösung?

Lokal kommen die Messwerte sekündlich, und die Regelung läuft weiter, wenn Internet oder Anbieter-Server ausfallen. Außerdem sendet der Solarmanager keine Verbrauchsdaten in eine Cloud; sie bleiben im Haus.

Fallen laufende Kosten oder Abo-Gebühren an?

Nein. Die Software ist frei auf GitHub verfügbar, es gibt keine Lizenz- oder Abogebühren und keine Funktionen, die hinter einem Konto liegen. Es fallen nur die Kosten für die Hardware an, also zum Beispiel einen Raspberry Pi, sowie dessen Stromverbrauch von wenigen Watt.

Lokal loslegen

Kostenlos, ohne Abo, ohne Konto. Die Installation per Skript dauert wenige Minuten, die Einrichtung der Geräte je nach Umfang einen Abend.