Ladestrom abrechnen: eine Wallbox, mehrere Nutzer, getrennte Preise

Jede Ladung wird ihrem Fahrzeug zugeordnet, nach Sonnen- und Netzstrom getrennt und mit den Preisen des Betreibers bewertet. Gedacht für den Ausgleich in der Familie, nicht für die Abrechnung mit Dritten (siehe Eichrecht).

Ladekonto mit verfügbarer Ladeleistung, eigenem Ladepunkt, Fahrzeug und den Summen des laufenden Monats
Das Ladekonto im Browser – verfügbare Leistung, eigener Ladepunkt und die Summen des laufenden Monats, getrennt nach PV-Strom und Netzstrom.

Wichtig: nicht eichrechtskonform

Wer nach gemessenen Kilowattstunden mit Dritten abrechnet, braucht geeichte Messung – auch bei reiner Kostenweitergabe (§§ 31, 33 MessEG; Verstoß: Ordnungswidrigkeit nach § 60).

  • Betroffen: Vermieter gegenüber Mietern, Arbeitgeber, Umlage in einer WEG, jede Abgabe gegen Entgelt.
  • Verbrauchsabrechnung über einen fest installierten Zähler: ein MID-konformer Zähler gilt als geeignet, solange die Eichfrist läuft.
  • Ladestrom als Leistung an Dritte (öffentlich, gewerblich, Dienstwagen): der gesamte Ladepunkt muss konformitätsbewertet sein – signierte Messdaten, Transparenzsoftware. MID allein genügt nicht.

Der Solarmanager liest den Zähler über das Netzwerk aus. Dieser Weg ist nicht eichrechtlich gesichert, auch mit MID-Zähler nicht. Gedacht ist die Funktion für den familieninternen Ausgleich. Keine Rechtsberatung; im Zweifel den eigenen Fall prüfen lassen.

Warum der Zwischenzähler nicht reicht

Ein zweiter Zähler an der Wallbox sagt, wie viele Kilowattstunden geflossen sind. Er sagt nicht, woher sie kamen und wem sie gehören. Genau daran scheitert die Abrechnung im Alltag:

Zwei Herkünfte, zwei Werte

Mittags kommt der Strom vom Dach, nachts aus dem Netz. Ein Zähler zählt beides gleich – gekostet hat es den Betreiber Verschiedenes.

Mehrere Fahrzeuge

Dieselbe Wallbox, verschiedene Autos. Der Zählerstand kennt den Unterschied nicht, die Ladesitzung schon.

Ablesen ist Handarbeit

Was einmal im Monat notiert werden muss, wird irgendwann nicht mehr notiert. Das Verfahren muss ohne Disziplin auskommen.

Der Solarmanager kennt alle drei Größen ohnehin: Er misst am Wechselrichter und an der Wallbox, er weiß, welches Fahrzeug angesteckt ist, und er weiß sekündlich, ob gerade Strom aus dem Netz gezogen wird. Aus diesen Angaben entsteht die Abrechnung als Nebenprodukt der Regelung – ohne zusätzliche Hardware.

Sonne und Netz, getrennt gerechnet

Während geladen wird, schaut der Solarmanager im Sekundentakt auf den Netzanschluss. Fließt nichts aus dem Netz, stammt die Ladeleistung aus der eigenen Erzeugung. Wird bezogen, ist genau dieser Teil Netzstrom. Über die Dauer einer Ladung summiert ergibt das zwei Mengen statt einer – und beide haben ihren eigenen Preis.

Ein Beispiel

Eine Ladung über Nacht bringt 12,56 kWh ins Auto. Davon kamen 9,86 kWh vom Dach – der Wagen hing schon am späten Nachmittag an der Wallbox – und 2,70 kWh aus dem Netz. Bei 7,9 Cent für den eigenen Strom und 29,0 Cent für Netzstrom kostet die Ladung 1,56 Euro. Mit einem einzigen Mischpreis von 29 Cent wären es 3,64 Euro gewesen.

Die Preise setzt der Betreiber je Person: für den eigenen Strom die entgangene Einspeisevergütung, für Netzstrom der Arbeitspreis des Tarifs. Ein Aufschlag für Wallbox und Verschleiß lässt sich beim Anlegen vorschlagen.

Die Aufteilung belohnt das Laden am Tag: Wer sein Auto tagsüber ansteckt, zahlt weniger. Das passt zum Ziel der Regelung, möglichst viel Überschuss ins Auto zu bringen.

In drei Schritten eingerichtet

  1. 1. Anbindung einschalten

    In den Einstellungen den Haken setzen und die eigene E-Mail-Adresse eintragen. An diese Adresse geht ein Bestätigungslink – erst danach nimmt die Abrechnung Daten an. So kann niemand eine fremde Anlage auf seinen Namen anmelden. Dieselbe Adresse ist später der Empfänger der Zahlungen.

  2. 2. Nutzer und Preise anlegen

    Je Person eine E-Mail-Adresse, die Rolle, zwei Preise je Kilowattstunde und die Fahrzeuge, die ihr gehören. Ein Auto darf mehreren Personen zugeordnet sein – bezahlt wird es trotzdem einmal, von der Person mit der ältesten Zuordnung. Jeder Nutzer bekommt eine Einladung per Mail und legt sein Passwort selbst fest.

  3. 3. QR-Code an die Wallbox

    Der Aufkleber am Ladepunkt führt direkt zum Ladekonto. Wer ihn scannt, während sein Auto angesteckt ist, legt sich in einer Minute ein Konto an – und die laufende Ladung wird ihm sofort zugeordnet.

Einstellungen der Online-Abrechnung im Solarmanager mit Nutzern, Rollen, Preisen je kWh und zugeordneten Fahrzeugen
Die Einstellungen im Solarmanager: Anbindung mit Kennung und letztem Kontakt, darunter die Nutzer mit Rolle, den beiden Preisen je Kilowattstunde und ihren Fahrzeugen.

Ladungen aus der Zeit davor lassen sich aus den gespeicherten Messwerten des letzten Monats nachbilden. Sie sind dann als nachträglich gebildet gekennzeichnet – live mitgeschriebene Ladungen bleiben unverändert.

Was der Ladende sieht

Das Ladekonto ist eine Seite im Browser – keine App, keine Installation. Es zeigt:

Liste der Ladevorgänge mit Menge je Herkunft, Betrag und Zahlungsstand

Jede Ladung einzeln

Je Ladung die Menge aus Sonne und Netz – abgehakt oder noch offen.

Detail eines Ladevorgangs mit Mengen, Preisen und dem Leistungsverlauf inklusive PV-Anteil

Nachvollziehbar bis zur Kurve

Mengen, Preise und der Leistungsverlauf mit dem Anteil aus der Photovoltaik.

Kosten je Monat für Ladestrom im Vergleich zu Diesel und E10
Kosten je Monat im Vergleich zu Diesel und E10, über den Wirkungsgrad gerechnet und mit dem Kraftstoffpreis des jeweiligen Monats.

Bezahlt wird über einen PayPal-Link neben jeder offenen Ladung, mit Betrag und Verwendungszweck. Ob das Geld angekommen ist, weiß nur der Betreiber – den Haken setzt er deshalb am Solarmanager. Seine eigenen Ladungen sind von vornherein abgehakt: Man zahlt nicht an sich selbst.

Was das Haus verlässt – und was nicht

Der Solarmanager bleibt auch mit Abrechnung ein lokales System:

Ladekonto in der Sicht eines Nutzers: nur verfügbare Leistung, eigener Ladepunkt und eigene Summen
Dieselbe Anlage in der Sicht eines Ladenden: verfügbare Leistung, der eigene Ladepunkt und die eigenen Summen – ohne PV-Leistung, Hausverbrauch und Speicher.

Fällt das Internet aus, regelt die Anlage weiter und meldet die Ladevorgänge nach.

Häufige Fragen

Wie rechne ich Ladestrom an der eigenen Wallbox mit mehreren Nutzern ab?

Jeder Ladevorgang wird der Person zugeordnet, der das geladene Fahrzeug gehört, und in PV-Strom und Netzstrom aufgeteilt. Beide Anteile haben ihren eigenen Preis je Kilowattstunde, den der Betreiber je Person festlegt. Der Ladende sieht seine Vorgänge mit Menge, Preis und Betrag im Browser und kann direkt bezahlen. Ein zweiter Zähler ist dafür nicht nötig: Gemessen wird am Zähler der Wallbox, die Aufteilung nach Herkunft rechnet der Solarmanager aus dem gleichzeitigen Netzbezug.

Warum zwei verschiedene Preise je Kilowattstunde?

Weil eine Kilowattstunde vom Dach den Betreiber etwas anderes kostet als eine aus dem Netz. Für den eigenen Strom ist der Maßstab die entgangene Einspeisevergütung, für Netzstrom der Arbeitspreis des Tarifs. Eine Ladung am wolkenlosen Mittag ist damit deutlich günstiger als eine um drei Uhr nachts – und genau das macht die getrennte Abrechnung sichtbar.

Ist das eichrechtskonform?

Nein. Die Werte kommen vom ungeeichten Wallbox-Zähler und werden über das Netzwerk gelesen. Für die Abrechnung mit Dritten verlangt das Mess- und Eichgesetz geeichte Messung (§§ 31, 33 MessEG). Gedacht ist die Funktion für den Ausgleich in der Familie. Keine Rechtsberatung.

Wann brauche ich einen geeichten Zähler für die Wallbox?

Immer dann, wenn nach gemessenen Kilowattstunden mit Dritten abgerechnet wird: Vermieter gegenüber Mietern, Arbeitgeber gegenüber Mitarbeitern, die Umlage in einer Wohnungseigentümergemeinschaft und jede Abgabe von Ladestrom gegen Entgelt. Auch eine reine Kostenweitergabe ohne Gewinn kann darunter fallen. Keine Pflicht besteht, solange jemand ausschließlich sein eigenes Fahrzeug lädt und nichts abgerechnet wird.

Welche Daten verlassen dabei das Haus?

Nur die abgeschlossenen Ladevorgänge und ein Momentanstand für die Anzeige. Ladende sehen weder PV-Leistung noch Hausverbrauch oder Speicherstand. Ohne den Haken in den Einstellungen wird nichts übertragen.

Muss die Anlage dafür aus dem Internet erreichbar sein?

Nein. Die Verbindung baut der Solarmanager von innen nach außen auf, ohne Portfreigabe, feste IP und VPN. Fällt das Internet aus, regelt die Anlage weiter und meldet die Ladevorgänge nach.

Wie wird bezahlt?

Neben jeder offenen Ladung steht ein PayPal-Link mit Betrag und Verwendungszweck; Empfänger ist die E-Mail-Adresse, mit der die Anlage angebunden wurde. Ob das Geld angekommen ist, weiß nur der Betreiber – den Haken setzt er deshalb am Solarmanager, nicht im Portal. Eigene Ladungen des Betreibers sind automatisch abgehakt.

Was passiert mit Ladungen von vor der Einrichtung?

Sie lassen sich aus den gespeicherten Messwerten des letzten Monats nachbilden und sind dann als nachträglich gebildet gekennzeichnet. Live mitgeschriebene Ladungen bleiben davon unberührt – eine gestellte Rechnung ändert sich nicht rückwirkend.

Abrechnung gibt es dazu

Sie ist Teil des Solarmanagers – kein Zusatzmodul, kein Abo. Wer die Anlage schon steuert, setzt einen Haken und legt die Nutzer an.